Wer in Schweich eine für ihn bezahlbare Wohnung hat – egal ob gemietet oder im Eigentum – darf sich glücklich schätzen. Wer in Schweich eine Wohnung sucht, ist deutlich schlechter dran, sei denn, Geld spielt keine Rolle.

Das Angebot an Immobilien und Mietwohnungen ist seit Jahren sehr überschaubar. Den Gesetzen des Marktes folgend sind die Preise enorm gestiegen.

Dass sich der Schweicher Wohnungsmarkt so darstellt, ist den meisten hinreichend bekannt. Nur wie die relevanten Kennziffern konkret aussehen, und vor allem, wie man politisch dagegen angehen kann, liegt weniger im öffentlichen Bewusstsein. Dies war Anlass und Motivation für die Schweicher SPD, einen „1. Schweicher Wohnungsmarktbericht“ zu erstellen, der hiermit veröffentlicht wird. Darin werden die wichtigsten Daten und Fakten zum Schweicher Wohnungsmarkt zusammengetragen und Vorschläge für kommunalpolitische Strategien zur Entspannung des Wohnungsmarktes unterbreitet.

Hier die wichtigsten Befunde:

  • Die Preise für von Privaten angebotenen baureifen Grundstücken liegen im Schnitt deutlich über 500 EUR/m2.
  • Einfamilienhäuser kosten als Bestandsimmobilie in der Regel mehr als eine halbe Million EUR.
  • Eigentumswohnungen in Neubauten kosten im Schnitt deutlich mehr als 4.000 EUR/ m2.
  • Die Mietpreise (Kaltmieten) liegen bei neu abgeschlossenen Verträgen durchschnittlich über
    10 EUR/ m2.
  • Es werden extrem wenige Mietwohnungen zur Neuvermietung angeboten.
  • Es gab in den letzten Jahren so gut wie keinen sozial geförderten Mietwohnungsneubau mehr.

Wie kann auf kommunaler Ebene für mehr bezahlbaren Wohnraum gesorgt werden? Hier muss zwischen der Förderung von Wohneigentum und der Schaffung von bezahlbaren Mietwohnungen unterschieden werden.

Bei der Eigentumsförderung kommt der Baulandpolitik eine zentrale Rolle zu. Hier hat die Stadt bereits vor Jahren einen Paradigmenwechsel vollzogen, indem neues Wohnbauland nur noch dort ausgewiesen wird, wo zuvor der kommunale Zwischenerwerb gelingt. Damit kann gewährleistet werden, dass neu erschlossene Flächen auch tatsächlich dem Markt zur Verfügung stehen und zeitnah bebaut werden. Dieser Weg muss konsequent fortgeführt werden.

Vernachlässigt wurde dagegen in letzter Zeit das Segment des Mietwohnungsbaues. Mietwohnungen wurden ausschließlich von privaten Investoren finanziert und gebaut und in der Folge zu „marktgängigen“ Preisen vermietet. Dieser Weg muss dringend ergänzt werden durch die Schaffung von mietpreisgebundenen Wohnungen. Der Wohnungsmarktbericht diskutiert dazu zwei Wege, die auch kombinierbar sind, nämlich die konsequente Nutzung der sozialen Wohnraumförderung und/oder die Schaffung von Wohnungen in genossenschaftlichen Strukturen.

Für alle, die es genauer wissen wollen, kann der vollständige Bericht als PDF heruntergeladen werden.

https://spd-schweich.de/wp-content/uploads/2023/02/WoMa_Schweich_final.pdf